Falsches ist nicht immer falsch

Fächerahorn

Ich weiß nicht, ob ihr das auch kennt. Da ist etwas gesagt worden – in schamanischen Reisen, in Channelings, oder dergleichen – und eine Zeit später glaubt man, es sei falsch gewesen oder man habe es falsch verstanden. Oft genug ist da zuerst einmal ein Erschrecken, eine gewisse Unsicherheit oder auch Zweifel. Was sich letztendlich davon meldet, hat natürlich immer etwas mit uns zu tun. Der eine glaubt dann, noch kritischer hinterfragen zu müssen, was da gesagt wird, ein anderer lehnt vielleicht erst einmal alles ab. Doch die meisten kommen nicht auf die Idee, dass wir es falsch verstehen sollten.

 Mir ist dies vor einiger Zeit aufgefallen. Da hatte ich mir meine alten Tagebuchaufzeichnungen hervorgeholt und nachgelesen, nicht nur, was ich damals getan und gedacht oder gefühlt habe, sondern auch, was ich in schamanischen Reisen erfahren hatte oder mir in Channelings durchgegeben worden war. Da waren Abschnitte, die sich im Nachhinein als falsch erwiesen – scheinbar falsch. Sowohl von den Worten her als auch von meiner Interpretation. Ich wunderte mich noch, denn letztendlich war alles zu einem guten Ende gekommen. Wie konnte das sein?

 Als nächstes versuchte ich mir vorzustellen, was ich damals getan hätte, wenn ich tatsächlich Hinweise auf das erhalten hätte, was eigentlich anstand. Und da fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Ich hätte niemals so viel an mir gearbeitet, nie all die wundervollen Ablösungen durchgeführt, wenn ich mich nicht auf der scheinbar falschen Spur befunden hätte. Womöglich hätte ich es nicht einmal geglaubt, dass dies und nicht das andere anstand.

 Heute bin ich überzeugt davon, dass unsere Seele genau das weiß. Sie kennt uns wie niemand sonst, sie weiß, auf welche Knöpfe wir reagieren, welche Ziele uns anregen, an uns zu arbeiten. Und so „gaukelt“ sie uns etwas vor, das uns lockt, wir reagieren darauf und arbeiten mit Begeisterung an uns, weil das Ergebnis es uns wert erscheint. Dann irgendwann ernten wir die Früchte – gänzlich andere als wir anfangs gedacht, und siehe da, sie schmecken wesentlich besser als die, die wir uns erhofften.

 Das heißt jetzt nicht, dass unsere Seele immer so arbeitet. Meistens sind ihre Aussagen sogar wörtlich und auch genau so gemeint. Aber jeder – oder fast jeder – von uns hat Bereiche, in denen uns ein Weiterkommen nicht lohnenswert erscheint. Genau dahin möchte aber unsere Seele, genau da liegen die großen Geschenke für uns, genau dort sind unser Seelenfrieden, die Fülle und die Gelassenheit. Und in diesen Fällen lockt die Seele uns auf den Weg, indem sie uns anscheinend falsche Hinweise gibt.

 Ich habe daraus gelernt, noch viel mehr als früher, falsch und richtig gar nicht mehr als Unterscheidung zu benutzen. Ich sehe mir eher an, ob etwas für mich hilfreich ist oder nicht. Die Hinweise unserer Seele sind es immer.

Über Ursula Zauns

Biologin, Heilpraktikerin, Schriftstellerin, Euklamatiker - oder einfach ein Punkt im Universum, ein göttlicher Funke in menschlichem Gewand
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