Frühere Leben – andere Ausdrücke

An dieser Stelle möchte ich eine allgemeine Bemerkung zu diesem Thema machen, da kaum etwas so unterschiedlich beschrieben und betrachtet wird wie das, was die meisten frühere Leben nennen. Meine Vorstellung von Wiedergeburt und Karma haben sich immer wieder gewandelt und inzwischen bin ich davon überzeugt, dass ich mich nur selbst einschränke, wenn ich mir ein fest umrahmtes Bild davon mache, was frühere Leben – oder „andere Ausdrücke“ wie ich es lieber nenne – denn nun sind. Ich stoße bei den Beschreibungen immer wieder an die Grenzen unserer Sprache. Doch gerade das reizt mich, weil es meine Leidenschaft ist, genau dafür, nämlich für das Unaussprechliche, Wörter und Sätze zu finden.

Mir war die Thematik schon lange vertraut, allerdings eher aus bestimmten Religionen wie Buddhismus und Hinduismus. Ich fragte mich aber nicht, ob ich mir so etwas für mich vorstellen könnte oder nicht, auch wenn mich die Möglichkeit, mehr als einmal auf der Erde zu sein, faszinierte. Im Laufe der Jahre wurde mir die Idee immer vertrauter, muss es geworden sein, auch wenn ich mich nicht daran erinnere.

Als ich 1994 mit der Heilpraktikerausbildung begann, rückte das Thema näher, sowohl durch Literatur, die ich schon ein paar Jahre vorher zu lesen begonnen hatte, als auch durch Gespräche mit Leuten an der Schule. So schilderte eine Frau, dass sie eine Rückführungstherapie gemacht und diese ihr geholfen hätte. In der Kinesiologie erfuhr ich, dass manche bei Sitzungen in „frühere Leben“ rutschten. Und dann passierte es mir selbst. Ich hatte mich zu einer Meditation hingesetzt und landete auf einmal in einem Land, das auf mich wie das Land der Wikinger wirkte, dann sah ich eine Frau, die Kräuter sammelte und Schiffe segnete. Und ich wusste mit absoluter Sicherheit: das bin ich. Was noch erstaunlicher wirkte, waren die Hinweise, die ich erhielt und die mir einiges in meinem jetzigen Leben erklärten. Als dann an der Heilpraktikerschule eine Frau erzählte, dass sie ein Buch darüber von einem amerikanischen Psychologen habe, lieh ich mir dieses aus.

Als nächstes wollte ich selbst eine solche Sitzung erhalten, ließ mir die Adresse von einem Therapeuten geben – und stellte dann fest, dass er nicht mehr in Köln praktizierte. Es war, als solle es nicht sein, und doch wurde ich immer wieder darauf hingewiesen. Dann arbeitete ich einige Zeit mit einer Frau zusammen, die in frühere Leben führen wollte, und ich stellte mich als Versuchskaninchen zur Verfügung. Und irgendwann wurde mir klar, dass ich es doch viel einfacher haben könnte.

Inzwischen hatte ich mehrere schamanische Seminare besucht und zu Hause fleißig geübt. Als bei mir ein Thema auftauchte, das ich bearbeiten wollte, entdeckte ich meinen Weg. Es war das Thema Neid, Neid auf eine Frau, die in einem bestimmten Bereich erfolgreicher war als ich. Ich fragte mich schon, was mich denn immer wieder in dieses unangenehme Gefühl ziehen würde. Dann erfuhr ich, wie diese Frau ihr Ziel erreicht hatte und stellte für mich nur fest: das war aber richtig frech und ich könnte das nicht. Die nächste Überlegung lautete: warum eigentlich nicht? Und damit hatte ich ein Thema für eine schamanische Reise. So fragte ich nach und direkt auch, ob der Grund aus einem früheren Leben stamme. Und siehe da, genau so war es und ich löste es auf. Nach der Reise fühlte ich mich erheblich besser, vor allem spürte ich wesentlich mehr Vitalität als all die Jahre zuvor – was mich aber fast schon amüsierte war, dass diese Frau, die mittlerweile bekannt geworden war, zur gleichen Zeit einen ziemlichen Absturz erlebte.

Da das so gut funktioniert hatte, beschloss ich, mir auch meine Höhenangst auf diese Art anzusehen. Ich sah mich als Fallschirmspringer. Dieser hatte bemerkt, dass sein Fallschirm nicht ganz in Ordnung war, war aber trotzdem gesprungen – es war die Zeit des zweiten Weltkriegs und er unglücklich über die politische Situation. Im Grunde war es eine subtile Art von Selbstmord. Die Bilder erklärten mir nicht nur, warum ich manchmal Höhenangst verspürt hatte und manchmal nicht, sondern die Angst war auch nach der Reise verschwunden und kehrte nicht mehr wieder. Seitdem ist dies meine Art, mir frühere Leben – andere Ausdrücke – anzusehen. Ich bin nicht nur unabhängig von anderen Menschen sondern ich habe auch festgestellt, dass meine schamanischen Helfer die besseren, hilfreicheren Begleiter sind.

Als ich mit dem allen begonnen hatte, war meine Sichtweise stark von den Ideen der östlichen Religionen geprägt, schließlich waren sie diejenigen, die dieses Wissen bis in unsere heutige Zeit getragen haben. Doch die Vorstellung, dass bestimmte Probleme die Strafen für früher begangene Sünden seien, hat mir nie sonderlich behagt, einfach deshalb, weil sie mir nicht hilfreich erschien. Und das Thema Schuld und Sühne hatte mir schon in der Religion, in der ich aufgewachsen bin, nie besonders zugesagt. Im Laufe der Jahre wandelte sich mein Bild, grob gesagt von einem Unsichtbaren, der das Karmarad gnadenlos bewegt, bis hin zu der Vorstellung, dass wir selbst auf einer subtilen Ebene alles planen. Und zwar nicht, um Verschuldetes zu büßen, sondern schlicht und einfach, um Erfahrungen zu machen. Was wir als Schuld empfinden, liegt an uns.

Ich habe es in eigenen schamanischen Reisen erlebt, dass ich mich am Ende schuldig gefühlt hatte und dann kamen so hübsche Sätze wie: „das darf mir nie wieder passieren“ oder „beim nächsten Mal helfe ich dir auf jeden Fall“ oder „dann bin ich immer für dich da“. Nichts ist so hilfreich, wie diese Sätze aufzulösen, so habe ich festgestellt. Sie hatten einmal ihren Grund, sie waren damals (oder wann immer es war oder ist) notwendig, doch jetzt, in diesem aktuellen Leben, hindern sie mich nur. Also ehre ich sie und mich dafür, dass ich sie gesagt habe, doch dann löse ich sie auf. Meistens, indem ich sie auf Papier schreibe und das dann verbrenne, oder aber ich tue es direkt in der schamanischen Reise.

In den letzten Jahren habe ich mir so viele Leben angesehen, dass ich manchmal ein Notizblatt nehmen muss, um sie alle zu erinnern. Ich hatte mir allerdings dabei nichts Sonderliches gedacht, ich hatte einfach das getan, von dem ich glaubte, dass es getan werden wollte. Irgendwann zeigte sich, dass ich ein Buch schreiben sollte, in dem die letzten vierzehn Inkarnationen versammelt sind. Aber es meldeten sich auch danach immer noch welche, manchmal einfach so, in schamanischen Reisen, die ich aus einem anderen Grund unternommen hatte. Mir war nie bewusst geworden, wie leicht ich an diese Erfahrungen komme, noch dass die Art und Weise ungewöhnlich sein, noch gar, dass es vielleicht anderen Menschen helfen könnte.

Inzwischen ist es sogar so, dass ich nicht nur über schamanische Reisen an diese Ausdrücke komme, sondern in gewissen Situationen auch über das Schreiben. So ging es mir mit dem Buch: Im Kreis der Ausdrücke. Einige Leben kannte ich ja schon, als ich damit begann, doch es zeigte sich wesentlich mehr, als ich vorher angesehen hatte. Und selbst bei den Leben, von denen ich nur wusste, dass es sie gab, erfuhr ich sehr viel mehr, indem ich mich einfach auf das Schreiben einließ. Und oft genug begann es mit einer schamanischen Reise und ging dann mit der schriftlichen Aufzeichnung weiter. Das kann natürlich nur funktionieren, wenn ich beim Schreiben möglichst den Verstand ausschalte, sozusagen auf automatisches Schreiben umschalte, was mir immer besser gelingt.

Manchmal braucht es einen Anstoß von außen. Den erhielt ich gleich mehrfach in einem Internet-Forum. Der eine Hinweis stammte von einem Teilnehmer, den meine Erfahrungen an Jane Roberts Überseele Sieben erinnerten. Ich kannte das Buch nicht, las es jedoch sehr bald danach. Hm, eher verschlang ich es. Denn darin stand alles fast genau so, wie ich es mittlerweile erlebe und erfahre. Und dann ging mir plötzlich auf, dass es nur Weniges gibt, dass mir so leicht fällt, als in schamanischen Reisen Informationen über mein Selbst in anderen Zeiten zu erhalten – vielleicht einmal vom schreiben abgesehen. Tat ich diese beiden Dinge zusammen, dann, ja dann kam genau das heraus, was wohl meine Hauptaufgabe ist, das, was ich mir für dieses Leben vorgenommen habe.

Diese Erkenntnis ist mit ein Grund, warum ich überhaupt diese neue Webseite in Angriff genommen habe. Denn diese Erfahrungen wollen weitergegeben werden und das – mit ein paar wenigen Ausnahmen – kostenlos.

In den Berichten, die ich hier so nach und nach einstellen werde, werdet ihr Hinweise darauf finden, was ich bisher über meine anderen Ausdrücke erfahren habe. Es werden sowohl Beschreibungen von einzelnen schamanischen Reisen sein als auch Erkenntnisse von mir, wenn ich mir die Texte im Zusammenhang durchgelesen habe. Manches habe ich mittlerweile in Broschüren zusammengefasst. Auch darauf werde ich Hinweise geben.

 

 

 

Über Ursula Zauns

Biologin, Heilpraktikerin, Schriftstellerin, Euklamatiker - oder einfach ein Punkt im Universum, ein göttlicher Funke in menschlichem Gewand
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