Rote Fäden in den vielen Leben

Viele Menschen sehen sich ihre früheren Leben an, weil sie ein Problem haben, dass sich aus diesem Leben nicht erklären lässt. Manche Angst auch das eine oder andere Körpersymptom scheint keinen Bezug zum aktuellen Leben zu haben. Wenn wir uns dann in ein früheres Leben führen lassen, können wir auf einmal die Hintergründe erkennen. So manchen Schmerz meiner Klienten sah ich als Pfeil oder ähnliches in dem Körperteil stecken. Das ist im Schamanismus ein durchaus vertrautes Bild und der Schamane zieht dann normalerweise den Pfeil heraus. Und es gibt eine Reihe Schamanen, die sich damit zufrieden geben – denn Wiedergeburt gehört nicht in ihr Konzept.

Das eine Mal reicht dies aus, in anderen Fällen aber bleibt der Schmerz. Erst wenn ich dann in einer schamanischen Reise nachfrage, erhalte ich weitere Informationen, und die betreffen dann oft genug ein früheres Leben. Das allein ist aber oft nicht genug, die Wunde will entweder geheilt werden, das Geschehen darum herum möchte angesehen und akzeptiert werden. Und häufig hat sich damals auch ein Glaubenssatz gebildet, der aufgelöst werden will.

Dies alles war und ist mir schon seit einiger Zeit bekannt, das waren auch die Gründe, warum ich mir eigene frühere Leben ansah. Ich erhielt Erklärungen, konnte Sätze auflösen, Wunden heilen, mich mit anderen Personen – oftmals solcher Seelen, deren Ausdrücke ich auch in diesem Leben kenne – aussöhnen.

Als ich dann mein Buch: „Im Kreis der Ausdrücke“ schrieb, erkannte ich, dass da noch so viel mehr an Potential enthalten war. Ich erkannte auf einmal rote Fäden über die vielen Leben hinweg. Sowohl solche, die sich hinderlich ausgewirkt hatten, als auch solche, die mir bei bestimmten Tätigkeiten halfen. Dabei hätte mir das schon früher aufgehen können. Ich hatte es doch schon erfahren, als ich mir die Beziehung zu einem Mann ansah (in den entsprechenden Texten habe ich ihn mit Jan bezeichnet), mit dem ich fünf Jahre zusammen war. Jetzt, so viele Jahre später, war er auf einmal wieder so präsent und ich fragte mich, was mir das sagen wollte. Und dann kam ich auf die Idee, mir anzusehen, wann wir denn zusammen waren – in früheren Leben.

Ich kannte ihn ja schon aus dem ersten Leben, in das ich gepurzelt war. Bald schon stellte sich heraus, dass ich ihn öfters getroffen hatte und wir hatten immer eine sexuelle Bindung, in welcher Form auch immer. Es wirkte auf mich schon fast zwanghaft und so stellte ich meiner schamanischen Lehrerin die Frage, ob das eine Bedeutung habe und ob es auch dafür ein Leben gebe, das dies erkläre. Natürlich war dem so und ich schaute es mir an. Er hatte damals in seinen Augen etwas versäumt und mir dann ein Versprechen gegeben – es war allerdings etwas nachlässig formuliert: „Wenn wir uns wieder sehen, werde ich dir zeigen, was körperliche Liebe ist.“

Er hatte vergessen, es auf ein Leben zu beschränken und so wiederholte sich das Muster von Leben zu Leben. Nachdem ich mir das angesehen hatte, bedankte ich mich bei ihm und fügte an: „Es ist genug, ich entbinde dich von deinem Versprechen.“ Genau dies sah ich dann auch noch einmal, als ich an dem Buch schrieb.

Inzwischen habe ich aber festgestellt, dass es noch ganz andere Fäden gibt – und die haben etwas mit dem zu tun, was ich gerne mache, worin ich Begabungen spüre. Es gibt nicht nur Muster, die sich durch viele Leben ziehen, sondern auch Vorlieben und Talente. So wie wir das häufig bei Familien erleben – wenn wir uns beispielsweise die Ahnen genauer ansehen – so können wir das auch erkennen, wenn wir uns viele Leben ansehen. Und da mag so manches darunter sein, das erst einmal gar nicht aufregend wirkt, das anscheinend gar keine Auswirkungen auf das heutige hat. Erst im Zusammenhang mit den anderen zeigt sich ein Bild. Da ich mir mittlerweile die Leben nicht nur dann ansehe, wenn ich ein Problem lösen möchte, komme ich auch an diese Zeiten. Es ist für mich eher ein Erforschen und es scheint tatsächlich meine Aufgabe zu sein, hier eine Art Pionierarbeit zu leisten. Es begeistert mich geradezu, wie sich alles fügt und es hilft mir auch, einiges besser zu verstehen – oder als gegeben hinzunehmen, ohne es zu verstehen.

Als ich Überseele Sieben von Jane Roberts las, erkannte ich, dass auch darin so einiges meiner Erkenntnisse beschrieben war. Es war für mich Bestätigung für das, was ich für mich als wahr angesehen hatte. Der Gedanke als solcher ist ja nicht neu, doch es ist eines, erzählt zu bekommen, dass es so ist, aber ein anderes, in eigenen schamanischen Reisen das alles zu erleben und dann die Zusammenhänge selbst zu erkennen. Das ist dann kein angelesenes und akzeptiertes Wissen mehr sondern ein erfahrenes, das du tief in dir verinnerlicht hast.

 

 

Über Ursula Zauns

Biologin, Heilpraktikerin, Schriftstellerin, Euklamatiker - oder einfach ein Punkt im Universum, ein göttlicher Funke in menschlichem Gewand
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