Erfahrung mit einer Märchenlesung

Manchmal geschehen schon seltsame Dinge. Da war ich auf der Messe Gesundheit und Wellness und bot am zweiten Tag als letzten Termin eine Einführung mit Lesung zu spirituellen Märchen an. Natürlich las ich aus meinen eigenen Märchen.

Es war schon eigentümlich gewesen, dass ich dies überhaupt tun sollte, doch als ich auswählte fand ich es fast noch lustiger, dass ich einen Text als erstes vorlesen sollte, der selbst kein Märchen ist. Er gehört in meinen Geschichtenreigen um Taillin dhu, meinen Märchenerzähler. Zuerst hatte ich ja geglaubt, er sei ein schottischer Märchenerzähler, aber er tummelt sich im zweiten Band in England und Wales und im dritten – der noch nicht beendet ist – wandert er über die grüne Insel Irland. Doch bevor er dort so auftaucht wie in den anderen Bänden, wird eine Art Vorgeschichte erzählt, nämlich wie er die Gabe des Erzählens von der Göttin Boyne erhält. Und genau dieser Text wollte auf der Messe vorgelesen werden.

In der Geschichte werden auch die drei Harfner erwähnt, die Söhne der Göttin. Diese Geschichte hatte ich bei Tom Cowan kennen gelernt, sie aber auch in meinem Band mit Mythen aus Irland gefunden. Tom hatte die Originalnamen der drei Harfner genannt – doch das ist irisch und ich kann es nicht aussprechen. Das ist beim Vorlesen natürlich ungünstig. Und die Übersetzungen in meinem Band gefielen mir überhaupt nicht. Also „übersetzte“ ich neu. Bei mir heißen sie nun: Sorgenschwer, Freudenglanz und Friedensreich (Original: Goltrai, Gentrai und Suantrai). Und da bittet mich doch eine Zuhörerin, diese Namen noch einmal zu wiederholen, sie wolle sich die aufschreiben. Was mag sie da gespürt haben?

Nun, ich habe schon lange aufgegeben, alles zu verstehen. Mir hat es einfach gefallen, auch wenn ich nicht weiß, was dahinter steckt.

 

Über Ursula Zauns

Biologin, Heilpraktikerin, Schriftstellerin, Euklamatiker - oder einfach ein Punkt im Universum, ein göttlicher Funke in menschlichem Gewand
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